Die Sache mit dem Cytotec: Teil 3 Wie es weiter geht?

Eine Frage, welche sich nur schwer beantworten lässt. Die aktuellen Ereignisse lassen viele Themen, über die vorher gesprochen wurde, in den Hintergrund treten. Das ist erst einmal in Ordnung, aber damit weder aufgehoben noch aufgeschoben.

Hier einfach meine Gedanken zusammengefasst:

  • Die Pharmaindustrie muss dringend Forschung betreiben zu ihren Medikamenten für Personengruppen, die im ersten Augenblick nicht zur lukrativen Zielgruppe gehören. Notfalls muss die Politik hier eingreifen. Ethische Aspekte dürfen bei der Forschung natürlich nicht außer Acht gelassen werden.
  • Wir brauchen dringend einen intensiveren Austausch innerhalb Deutschlands und Europa, was gesundheitliche Themen betrifft. Es kann ja kaum sein, dass es innerhalb von Europa einheitliche Regelungen zur Beschaffenheit, Größe und Form von Gurken gibt, aber bei Medikamentenzulassungen jede*r ein eigenes Süppchen kocht. Erst durch die Coronakrise haben die Universitätskliniken in Deutschland überhaupt angefangen, sich ernsthaft zu vernetzten.
  • Es ist wünschenswert, wenn Mediziner*innen, die Menschen ernst nehmen, die einen Wehensturm durch Cytotec erlebt haben, oder anderweitige Komplikationen erlitten haben. Diese Fälle müssen ernst genommen werden, untersucht werden und es müssen Entschädigungen für die Betroffenen erfolgen. Diese Vorkommnisse kleinzureden, oder auf die allgemein schlechten Rahmenbedingungen rauszureden, ist schlichtweg unverantwortlich. Auch der Hinweis, andere Länder würden es auch so machen, ist, in meinen Augen, unprofessionell und erinnert an das Verhalten von zänkischen Kindergartenkindern.
  • Der Staat/die Politik muss endlich aufwachen. Es werden nicht erst seit der Coronakrise dringend Pflegekräfte, Hebammen/Entbindungshelfer und Ärzt*innen gebraucht. Hier muss stark in die Aus-, Fort- und Weiterbildung investiert werden.
  • Schluss mit der Privatisierung und gewinnorientierten Betrachtung des Gesundheitswesens. Das geht zu Lasten von Patient*innen und Mitarbeiter*innen. Es kann und darf nicht angehen, dass eine komplikationslose Geburt, wirtschaftlich gesehen, ein finanzieller Nachteil für die Geburtsklinik und deren Mitarbeiter*innen ist.
  • Cytotec darf nicht verboten werden. Zusammen mit Mifepriston dient es der medikamentösen Abtreibung. Auch da kommt noch eine große Welle auf uns alle zu. Ungewollte Schwangerschaften, erschwerte Bedingungen für Abtreibungen, etc. Wir brauchen hier schnellstmöglich eine gute (am besten europaweite) Lösung für Menschen, die in so einer Entscheidungssituation stecken.

Ich bin gespannt, wie das ausgeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.