Rassismus – von Stephanie Lavorano (Buchrezension)

Titel: Rassismus

Autor*in: Stephanie Lavorano

Verlag: Reclam

Der Tod von George Floyd hat die Welt verändert. Weltweit gehen Menschen auf die Straße gegen Rassismus. Gleichzeitig werden auch die Stimmen lauter, die das für Unsinn halten und von „Rassismus gegen Weiße“ sprechen. Viele Menschen empfinden auch, dass der Rassismus in Deutschland nicht so stark verwurzelt ist, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Problem Rassismus muss endlich flächendecken bei uns in Europa bzw. Deutschland erkannt und bezeichnet werden. Nur so kann entsprechend gehandelt  und ein Wandel vollzogen werden.

Die Autor*in forscht seit Jahren zum Thema Rassismus und Rassismus Kritik. Das Buch zerlegt auf gerade einmal 100 Seiten, jene Strukturen, die Rassismus in unserer Gesellschaft möglich machen. Das Augenmerk liegt dabei auf den staatlichen Strukturen, wie z.B.: „Sowohl die UN als auch die EU monieren, dass Racial Profiling, die polizeiliche Kontrolle von Menschen aufgrund von äußeren Merkmalen wie Hautfarbe, in Deutschland gängige Praxis sei. Auch wenn Racial Profiling eine menschenrechtswidrige Praxis ist und gegen das EU-Antidiskriminierungsgesetz verstößt, ist es hierzulande juristisch nicht explizit verboten, es wird lediglich durch den Allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz abgelehnt. Insbesondere die ERCI weist darauf hin, dass Opfer von Racial Profiling, aber auch von anderen Formen rassistischer Diskriminierung durch Institutionen, in Deutschland keine staatliche Anlaufstelle haben. […] Deutschland hingegen sah bei der Anhörung vor der CERD in Genf übrigens keinen Handlungsbedarf, denn Racial Profiling gebe es in Deutschland gar nicht.“ (Lavorano, S. 42, 2019)

So sieht es leider in Deutschland aus. Die Autor*in zeigt in ihrem Buch auch auf, wie es zu den NSU-Morden und den Versagen von Polizei und Medien kam.

In einem Kapitel gibt erläutert sie anschaulich, wie der Rechtsruck in Europa anfing und sich weiterentwickelt.  Zum Schluss gibt es noch ein paar Literaturtipps.

Ein absolut gelungenes Buch zum Einstieg in die Thematik und das auf gerademal 100 Seiten. Die Autor*in hat wunderbar recherchiert und legt den Finger wunderbar in die schmerzende Wunde.

5 von 5 Tampons

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