Das Coronavirus, die WHO, und ich

Ich hätte nicht gedacht, dass einer meiner ersten Blogposts sich mit dem Coronavirus beschäftigen würde, aber so ist es nun mal leider.

Die Berichterstattung rund um den Virus ist, von medialer Seite her, noch lange nicht erschöpft, auch wenn einige schon nichts mehr darüber hören oder lesen wollen. Dennoch gibt es noch ein paar Gedanken, die bei den Diskussionen aufkommen, aber nicht weiter thematisiert werden. Es sind Gedanken, Probleme, Ideen, usw. die man auch für zukünftige Ereignisse, wie diese zum Beispiel, nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Es sind Dinge, die man anpacken muss, auch jetzt schon.

„Fun Fact“ der WHO

Was hat das nun mit der WHO zu tun? Die WHO hat am 24. Mai 2019 beim World Health Assembley beschlossen, das Jahr 2020 zum weltweiten Jahr der professionellen Pflegenden und Hebammen auszurufen. Diese Aktion soll dazu dienen Pflegekräfte und Hebammen zu stärken und ihre notwendige Arbeit in den Vordergrund zu rücken. Es soll aber auch ein Signal an die Politik sein, diese Berufsgruppen zu fördern und in politische Prozesse besser einzubinden. In Anbetracht der Tatsache dass wir uns bereits jetzt schon im Pflegenotstand befinden und es auch an Hebammen mangelt, ist diese Aktion der WHO nicht verkehrt.

Was die Politik verschlafen hat

Die Versäumnisse der Politik kommen gerade in dieser schwierigen Lage besonders zum vor scheinen. Vieles wurde und wird auf dem Rücken der Pflegekräfte und Hebammen ausgetragen, am Ende geht es meistens um Macht und Geld. Ausgerechnet diese Berufsgruppen, die an vorderster Front sind, lässt man wieder mal im Stich. Wer die Pflegekraft nicht ehrt, ist der Pflege nicht wert. Bittere Worte, aber wenn man sich die jüngsten Entwicklungen (auf die der DBfK Nordwest in einer Protestaktion hingewiesen hat) ansieht, dann geht es nicht anders.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen (was absolut zu befürworten ist), haben in Deutschland einige Bundesländer beschlossen die Kindergärten und Schulen ab Montag, den 16.03.2020 bis zum Beginn der Osterferien zu schließen. Ob es eine Ferienbetreuung gibt, regelt in Bayern jede Einrichtung bzw. jeder Träger selbst. Großeltern sollen von der Betreuung der Kinder ausgenommen werden, da ältere Menschen zu den Risikogruppen gehören.

Weitere Probleme

Problematisch ist das in der Pflege und im Betreuungssektor am ehesten Frauen arbeiten. Care-Arbeit ist nach wie vor etwas, was an Frauen hängen bleibt. Die dürfen aber nicht so einfach von der Arbeit fern bleiben, weil sonst das Gesundheitssystem zusammenbricht. Für Elternpaare, wo beide in dieser Branche arbeiten, ist das gerade ein Super-GAU. Kann man seine Kinder nicht anderweitig in Betreuung geben, kann man natürlich zu Hause bleiben, bekommt aber dann kein Gehalt. Genau hier sollte die Politik sich was einfallen lassen.

Die Frage ist also: Sind wir bereit, aus der Corona-Pandemie zu lernen und wirklich was zu ändern?

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