Internationaler Tag der Hebammen – ein Berufsbild in der Krise?

Heute, am 5. Mai, findet der jährliche Tag der Hebammen statt. Mit vielen Aktionen werden an diesem Tag in rund 50 Ländern. Erstmals in den Niederlanden im Jahr 1987 wurde die Idee vorgestellt. In den 1990er wurde er dann offiziell eingeführt.

Bild von Johanna

Die Berufsverbände der Hebammen nutzen diesen Tag, um die Bevölkerung auf ihre berufliche Situation aufmerksam zu machen. Das ist auch bitter nötig, denn die Rahmenbedingungen, für diesen Beruf verschärfen sich zunehmend. Beispielsweise wurde im Jahr 2015 auf die steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung hingewiesen. Für freiberufliche Hebammen, die nicht im Kreißsaal arbeiten, war das kaum zu stemmen. Der Hebammenmangel verschärft zudem auch die flächendeckende Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen.

Hebammen und die Coronakrise

In der Coronakrise gehören auch Hebammen zu den „systemrelevanten“ Jobs, die es ebenso wahrlich schwer haben. Berichte über Kliniken, die gesunden Begleitpersonen den Zugang zum Kreißsaal verbieten, machten in letzter Zeit die Runde. Zudem, die Sorge der Schwangeren sich im Krankenhaus anstecken, ist enorm. Hinzu kommen Hygienevorschriften für den Besuch zu Hause im Wochenbett. Auch hier fehlt es an Schutzkleidung.

Hebammen und Pflegende – Seite an Seite

Das Jahr 2020 ist für die WHO das internationale Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen. Eine Pandemie, um der Welt aufzuzeigen, wie wichtig diese Berufe sind und wie schwer sie es haben, hätte es eigentlich nicht gebraucht. Wir können nur hoffen, dass all die Solidarität einen nachhaltigen Wandel mit sich zieht. Ich finde es übrigens gut, das Pflegende und Hebammen zusammengefasst worden sind von der WHO, für dieses besondere Jahr. In der Ausbildung habe ich bereits die Grabenkämpfe zwischen Pflegekräften und Hebammen mitbekommen, und sie verabscheut. Der mangelnde Respekt, wie er mancherorts herrscht, hat mich tief getroffen. Ich hoffe, dass hier in Zukunft interdisziplinäre, respektvolle und stabile Brücken gebaut werden können. Zum Wohl der Menschen, die wir versorgen.

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