Damit die Erinnerung nicht verblasst…

TRIGGERWARNUNG: Folgender Blogbeitrag setzt sich mit der Thematik rund um den Tod und Frühabort auseinander. Dies kann für Menschen mit starkem Kinderwunsch, Totgeburt Erlebnissen, mehrere Abgänge in der Früh- und Spätschwangerschaft, Abtreibungen, etc. äußerst belastend sein.

Ein Mangel an Beweisen?

War da was? War das alles nur ein böser Albtraum, an den man sich nur noch dunkel erinnert? Ein unangenehmes Ereignis der Vergangenheit, das gelegentlich sich seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Gab es diese Schwangerschaft überhaupt? Glaubt mir das jemand, wenn es vielleicht nicht einmal im Mutterpass steht, weil mein Sternenkind sehr früh starb? Ein Beweis, dass man nicht fantasiert oder irgendeine „Story“ erzählt, sondern dass man den Schrecken einer Fehlgeburt erlebt hat.

Nur ein Gedanke

Wer eine Fehlgeburt erlebt hat, weiß das in Deutschland das Bestattungsrecht erst ab einen Gewicht von 500 g gilt. Da existieren kein Grab, keine Grabstein, keine Sterbeurkunde und kein Sterbebildchen an das Sternenkind. Eine Bestattung in einem Gräberfeld für Sternenkinder wird von manchen Kliniken organsiert, sofern die jeweilige Kommune so etwas anbietet. Zurück bleibt eine persönliche Erinnerung.

Ultraschallbild? Mutterpass?

Manchmal gibt es Ultraschallbilder. Die werden auf Thermopapier gedruckt, was auch nicht für die Ewigkeit hält. Vor allem bei der falschen Lagerung. Manchmal steht was im Mutterpass, aber wenn bei der ersten Untersuchung bei dem/der Frauenarzt/ärztin z.B. ein Windei festgestellt wird, steht da nichts. So geht es auch Frauen mit einer Eileiterschwangerschaft. Und wer soll einem das glauben? Kann man das selbst glauben, dass man schwanger war? Das da ein Kind war?

Die Geburtsurkunde als Anerkennung

Seit 2012 kann man, aufgrund einer Petition, sich auch für Sternenkinder eine Geburtsurkunde auf dem Standesamt ausstellen lassen. Das gilt auch rückwirkend für Sternenkinder, die vor 2012 starben.

Ein Bild

Eine andere Möglichkeit ist eine Fotografie des Sternenkindes. In manchen Kliniken übernehmen die Hebammen oder Pflegekräfte diese Aufgabe. Die Fotos werden den betroffenen Frauen bzw. Paaren in einem Umschlag mitgegeben. Es gibt mittlerweile auch Vereine/Organisationen die professionelle Fotografen für Bilder von Sternenkindern vermitteln.

Bild von Johanna

In meiner (ehemaligen) Klinik haben wir den Frauen/Paaren, die ihr Sternenkind in der Frühschwangerschaft verloren haben einen selbstgemachten Schlüsselanhänger mitgegeben. Es ist eine kleine Geste. Das Zeichen, dass da was war. Eine Schwangerschaft. Ein Kind.

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