„Vom Winde verweht“ oder steckengeblieben? Zwei Besonderheiten bei Frühaborten

TRIGGERWARNUNG: Folgender Blogbeitrag setzt sich mit der Thematik rund um den Tod und Frühabort auseinander. Dies kann für Menschen mit starkem Kinderwunsch, Totgeburt Erlebnissen, mehrere Abgänge in der Früh- und Spätschwangerschaft, Abtreibungen, etc. äußerst belastend sein.

Der Blogtitel ist ziemlich irreführend, das gebe ich zu. Und es hat auch nichts mit dem bekannten US-amerikanischen Literaturklassiker zu tun. Aber es dient mir dazu, ein bekanntes Phänomen zu erklären: das Windei auch bekannt unter den Begriffen „Molen-Ei“ oder „Abortiv-Ei“.

Wenn die Tage überfällig sind

Ob man nun mit der Menstruation überfällig ist oder man aufgrund einzelner Symptome einen Verdacht schöpft, irgendwann steht ein Schwangerschaftstest an. Die gängigen Tests aus den Drogeriemärkten und Apotheken sind Urintests. Im Urin lässt sich das Schwangerschaftshormon ßHCG (humanes Choriongonadotropin) nachweisen, wenn eine befruchtete Eizelle sich eingenistet hat. Daher kann man den Schwangerschaftstest einen Tag nach Ausbleiben der Menstruation morgens machen. Frühschwangerschaftstests sind nicht zuverlässig und müssen später wiederholt werden. Fällt der Test positiv aus und der Kinderwunsch ist da, dann ist für viele hier meistens schon sehr große Freude angesagt. Gewissheit gibt es erst bei einem Termin bei einem/einer Frauenarzt/ärztin. Im Ultraschall ist erst ab der 6 Schwangerschaftswoche, besser wäre in der 7 oder 8 Schwangerschaftswoche, um zu erkennen, ob sich das Ei im Cavum Uteri (Gebärmutter) eingenistet hat.

Alles weggeweht

In manchen Fällen wird dabei festgestellt, dass sich zwar ein Ei eingenistet hat, aber es keinerlei Inhalt hat. Es ist wie vom Wind leer gefegt – ein Windei. Für Betroffene ist das meistens sehr schlimm, denn sie haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits typische Schwangerschaftsbeschwerden und eben einen positiven Schwangerschaftstest. Der Körper ist in diesem Moment auch der Meinung, eine Schwangerschaft liegt vor.

Schwanger, aber nichts zu sehen

Manchmal kommt es vor, dass der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, aber in der Gebärmutter nichts zu sehen ist. Oft ist es doch noch zu früh, weil z. B. ein unregelmäßiger Zyklus vorliegt. Sollten Symptome wie ungewöhnliche, meist einseitige, krampf- oder wehenartige Schmerzen im Unterleib, gespannte Bauchdecke, Blutungen aus der Scheide (oft als schwacher bräunlicher Ausfluss = Schmierblutung, manchmal aber auch dunkelrot mit Klumpen von geronnenem Blut und/oder Gewebeteilen), Schwindel und Blässe, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen und eine leichte erhöhte Körpertemperatur dazu kommen, dann kann es sich um eine sogenannte Eileiterschwangerschaft handeln.

Eileiterschwangerschaft = Notfall!

Bei einer Eileiterschwangerschaft bleibt das befruchtete Ei im Eileiter stecken. Eine Abklärung durch eine*n Arzt/Ärztin ist dringend notwendig. Hier besteht Lebensgefahr für die schwangere Person, denn der Eileiter kann aufplatzen und dabei wichtige Blutgefäße verletzen. Es kommt dadurch zu schweren inneren Blutungen. Ab ins Krankenhaus und/oder sofort den Notarzt verständigen!

Neben diesem zum Teil sehr heftigen Erlebnis muss man zudem auch noch verkraften, das man sein Kind so früh verloren hat.

Ein bisschen schwanger gibt es nicht

Für den Körper gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder schwanger oder nicht schwanger. Eine Unterscheidung der Schwangerschaft wie in den oben genannten Fällen macht der menschliche Körper nicht. Da ist es wichtig, dass man aufgefangen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.