Von Sternen und Regenbögen

TRIGGERWARNUNG: Folgender Blogbeitrag setzt sich mit der Thematik rund um den Tod und Frühabort auseinander. Dies kann für Menschen mit starkem Kinderwunsch, Totgeburt Erlebnissen, mehrere Abgänge in der Früh- und Spätschwangerschaft, Abtreibungen, etc. äußerst belastend sein.

Ein schwieriger Anfang

Wie schreibt man über so eine Thematik? Wie fängt man an? Wo hört man auf? Kann man darüber schreiben, ohne dass sich jemand verletzt fühlt? Schreiben und sprechen über ein Tabu in der Gesellschaft, das jederzeit Wunden aufreißen kann, ein echter Balanceakt. Daher wird es mehr als nur ein Artikel werden. Warum und wozu das Ganze? Weil es so wichtig ist, was mir meine Erfahrung als Pflegekraft auf einer gynäkologischen-geburtshilflichen Station gezeigt hat. Weil beklemmendes Schweigen, Wegsehen, Bagatellisierung und das Nicht-Wahrhaben-Wollen, das der Tod zum Leben gehört, einen immensen Schaden anrichten kann. Auch die fehlende Aufklärung trägt zum Tabu bei. Das ist etwas, was ich hiermit ein Stück ändern möchte. Natürlich ist jede*r anders gestrickt und sieht die Dinge anders, das ist gut so und darf so sein.

Was ist ein Sternenkind?

Fangen wir an, dass die Überschrift des Blogbeitrages erklärt wird. Warum steht da etwas von Sternen? Die Bezeichnung Sternenkind bzw. Sternenkinder bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Manchmal wird auch der Begriff Schmetterlingskind oder Engelskind verwendet. Der poetisch klingende Name soll vermitteln, dass die Kinder zurück in den Himmel (zu den Sternen) gegangen sind, ehe sie das Licht der Welt erblicken konnten.  

Wichtig dabei ist, dass dies nicht mit den sogenannten Sterngucker-Kinder verwechselt wird. Sterngucker sind Kinder, die lebend, aber kopfseitig umgekehrt auf die Welt kommen und somit nach oben schauen bei der Geburt. Die sogenannte hintere Hinterhauptslage.

Bild von Johanna

Und die „anderen“ Begriffe?

Die Begriffe Totgeburt und Fehlgeburt tauchen ebenso oft in diesem Zusammenhang auf, zeigen aber eine emotionale Distanz, wie sie trauernde Eltern vermutlich nicht verwenden würden. Es sind mehr medizinisch geprägte Begriffe, die eher von medizinisch-pflegerischem Personal verwendet werden. Von Fehlgeburten spricht man in Deutschland von Kindern, die tot zur Welt kamen und unter 500g wogen. Von Totgeburten spricht man, wenn die Kinder mehr als 500g wiegen und keine Lebenszeichen zeigen. In Deutschland werden Totgeburten statistisch erfasst. Fehlgeburten jedoch nicht.

Was ist ein Regenbogenkind?

Und der Regenbogen? Was ist dann ein Regenbogenkind*? Der Regenbogen ist das Symbol für Hoffnung und Freude. Diese Hoffnung und Freude symbolisiert die erneute Schwangerschaft, nachdem man den Verlust eines Sternenkinds verkraften musste. Eine erneute Schwangerschaft kann natürlich Ängste und Unsicherheit auslösen. Umso wichtiger ist, dass das Tabu rund um Sternenkinder gebrochen wird. Nur wenn wir endlich anfangen, offener damit umzugehen, können wir diese Schwangeren bzw. werdenden Eltern besser begleiten und unterstützen.

Bild von Johanna

Hilfe für Betroffene

Wenn du selbst so etwas erlebt hast, und dich der Artikel sehr aufgewühlt hat, dann kannst du beim Bundesverband für verwaiste Eltern und trauernde Geschwister dir Hilfe holen. Oder auch hier auf der Homepage „Leben ohne Dich“.

*Die Bezeichnung Regenbogenkind gibt es auch in der Esoterik, bezieht sich aber auf etwas völlig anderes.

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