Rezension: Das Damengambit

Manche Sachen bemerke ich nicht, weil mich der Alltag oft auffrisst. Kind, Job, Schriftstellerei und die Katzen. Trends oder andere brandneue Themen, über die die ganze Welt spricht, gehen an mir komplett vorbei.

Schach – ein Hype

Neulich hat mich ein Freund gefragt, ob ich nicht Lust hätte Schach zu spielen. Ich hab als Jugendliche mich für Schach interessiert, aber bei den Partien immer verloren oder es lief auf ein Patt raus. Bei den Niederlagen war es besonders schlimm, weil meinen Gegenspielern und den Zuschauern immer die Häme im Gesicht stand. Gepaart mit toxischen Sprüchen, dass Schach nichts für mich wäre, weil ich ja so ultra-mies in Mathe sei, gab mir den Rest. Nach 20 Jahren sich wieder aufzuraffen und sich dem königlichen Spiel zu stellen, war eine Herausforderung. Wie war das doch alles gleich? Ach ja, so und so. Rochade? Wie und warum, ach ja, hab ich früher schon immer nicht gemacht. Insgesamt fand ich so viel Freude und Spaß an diesem Spiel, dass ich mich mehr damit beschäftigte. Und siehe da: Schach ist der Hype schlechthin.

Das Damengambit

Beflügelt wird das alles auch durch die Erfolgsserie „Das Damengambit“ auf Netflix. Das Waisenmädchen Elizabeth „Beth“ Harmond lebt in den 1950er in Kentucky in einem Heim. Als sie in den Keller geschickt wird, um dort die Tafelschwämme zu säubern, beobachtet sie den Hausmeister Mr. Shaibel, der dort gegen sich selbst Schach spielt. Fasziniert von diesem Spiel sucht Beth Mr. Shaibel regelmäßig auf und lernt von ihm alles über das Schach. Schnell stellt sich heraus, dass Beth ein außergewöhnliches Talent besitzt und schnell in dem männerdominierten Sport sich durchsetzen kann. Ihre Tabletten- und Alkoholsucht beflügelt sie und legt ihr oft genug Steine in den Weg. Die Mini-Serie mit 7 Folgen basiert auf den gleichnamigen Roman von Walter Tevis.

Eine Geschichte über Emanzipation

Brillant wird hier die Geschichte von Emanzipation erzählt. Eine Geschichte über das Erwachsen werden, über Hochmut und Fall und Feminismus. In Folge 2 bekommt Beth zum ersten Mal ihre Menstruation und es wird gezeigt, wie sie das Turnier unterbrechen muss, weil ihr das Blut an den Beinen runterläuft. Die Serie hat natürlich Binge-Watching Potential ohne Ende.

Die Wertung

Elo-Rating von >2500 bzw. 5 von 5 Tampons

In diesem Sinne

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