Die Welt ist aus den Fugen geraten

Wohin steuert das alles gerade? Gefühlt stehen wir vor der nächsten Welle, weil die Covid-19-Mutationen schon um sich greifen. Gefühlt steht schon der nächste Lockdown in den Startlöchern, ehe wir die aktuellen Lockerungen so richtig genießen können.

Nothing changed

Manchmal weiß ich nicht, was eigentlich mehr Frustration verursacht. Sind es Querdenker, Coronaleugner oder die unfähige Politik. Es erschreckt mich, wie wenig seither passiert ist. Angefangen von den Problemen mit Mebis, die es schon im ersten Lockdown gab, bis hin zu der gesamten Kulturbranche, die weiterhin total leidet. Finanzielle Hilfen, die nicht oder zu spät ankommen oder deren Formulare nichts Weiteres als bürokratischer Wahnsinn sind. Hinzu kommen noch, dass die Politik weiterhin viele wichtigen Themen nicht angeht, weil Lobbyisten mit ihren liberal-wirtschaftlichen Forderungen lauter sind.

Das Dauerthema nervt

Während die großen Konzerne Staatshilfen in Milliardenhöhe abkassieren, gucken viele andere in die Röhre. Und irgendwie sinkt nicht nur die Bereitschaft, aktiv seinen Beitrag gegen die Pandemie zu leisten, es sinkt auch mittlerweile sehr die Laune. Man bekommt zunehmend das Gefühl, jeder ist antriebslos. Wozu auch einen besonderen Antrieb noch haben? Mit Freunden reden, telefonieren oder sogar treffen? Was soll man sich denn noch erzählen? Ich schreibe auch für das Ox-Fanzine und gefühlt gibt es kein Bandinterview mehr, wo nicht über die Pandemie und ihre Auswirkungen geredet wird. Wir haben keine anderen Themen, denn die Pandemie bestimmt unser Leben. Und jeder spürt diese Trostlosigkeit, denn selbst der heiß ersehnte Impftermin rückt in immer weitere Ferne.

Toxsisches Jammern vs. Toxsische Positivity

Und jeder, einfach jeder fällt irgendwann ins Jammern ein. Dann reißt man sich vielleicht am Riemen, weil es ja noch andere Menschen gibt, denen es schlechter geht. Die Menschen, die im zweiten Moria-Camp sitzen. Oder in den Favelas. Oder irgendwo in der Welt noch schlechter dran sind als wir hier im reichen Europa. Und so schluckt der ein oder andere sein Gejammer runter, weil es eh keinen Zweck hat. Und dann wird vieles verschwiegen, wie z. B. das man wieder mitten in einer Depression steckt. Dass man Angst hat, aufgerieben zu werden, zwischen Homeoffice, Kinderbetreuung und der Einsamkeit. Und man kann nicht mehr fliehen.

Depression – A Beginners Guide

Im Dezember veröffentlichte Magarete Stokowski in ihrer Kolumne „Oben und Unten“ einen Beitrag, was man von depressiven Menschen lernen kann, um mit der Pandemie besser umzugehen. Vieles daran ist wahr, nur wird das alles schwieriger, wenn man eben noch für andere Verantwortung übernehmen muss. Oder weil andere sich so sehr in ihre Depression stürzen, dass man das auch noch auffangen muss. Not easy. Und egal wie sehr um einen herum alles einstürzt, man „funktioniert“ noch sehr gut. Im schlimmsten Fall wird man dafür auch noch bewundert.

Die Welt ist aus den Fugen geraten.

In diesem Sinne…

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