Ein kleiner Pieks für die Menschheit – Gedanken zur Impfung gegen Covid-19

Nein, das wird kein Schwurbler-Beitrag. Hoffe ich, aber am Ende liegt es ja an den Leser*innen, wie sie meine Worte interpretieren. Wir stecken mitten in der zweiten Welle und die ersten Wochen des harten Lockdowns. Wie lang dieser gehen wird, das steht noch in den Sternen, aber es fühlt sich so an, als würde es über den 14. Februar hinausgehen.

Die Prophezeiungen wurden wahr

Vieles, wovor in der ersten Welle schon gewarnt wurde, ist nun eingetreten. Wir sind also sehenden Auges in die Katastrophe hineingetanzt. Die Kapazitäten in den Krankenhäusern werden von Tag zu Tag knapper, das Personal erschöpfter und die Zahlen gehen nicht wirklich runter.

Förderalismus – ein altbekanntes Hindernis der Pandemie

Am 27.12.20 sollten laut Bundesregierung und Gesundheitsminister Jens Spahn die Impfungen losgehen. Die meisten Impfzentren sind schon startklar, andere sind im Aufbau oder weit davon entfernt loszulegen. Das klassische Chaos des Föderalismus zeigt sich wieder. Während andere Länder wie z. B. Israel zügig voranschreiten, hinken Deutschland und andere europäische Länder hinterher.

Nicht nur Impfen ist angesagt

Über die Impfstrategie lässt sich auch streiten. Natürlich müssen die vulnerablen Mitmenschen in unserer Gesellschaft geschützt werden, dennoch fände ich es besser, die jüngeren Bürger*innen, insbesondere wenn diese in systemrelevanten Jobs arbeiten, zuerst zu impfen. Warum? Weil die jüngeren Menschen eher als potenzielle Spreader zu betrachten sind. Sie sind mehr unterwegs wegen Job und Familie. Die Hot-Spots der Covid-19-Pandemie sind oft Einrichtungen für ältere und/ oder pflegebedürftige Mitmenschen. Es liegt auf der Hand, wie das Virus in diese Einrichtungen gelangt. Über die anderen Hot-Spots der Pandemie hab ich bereits geschrieben. Hier ist die Politik im Zugzwang, die Missstände in den Schlachthöfen und Massenunterkünften zu beheben.

Die berechtigten Zweifel der Pflege

Abgesehen von den bisherigen Impfgegnern kommen aber bei vielen weiteren Personengruppen Zweifel auf bis hin zur Ablehnung. Darunter auch zunehmend Pflegefachkräfte. Die Skepsis innerhalb der Pflege ist verständlich. Ein Impfstoff, der erst kürzlich entwickelt wurde und rasch auf den Markt kommt, da schreit vielleicht nicht jeder hier. Das ist okay. Der Applaus und die warmen Worte von Politiker*innen sind verhallt und viele Pflegekräfte hatten in der ersten Welle das Gefühl, sie sind Kanonenfutter. Jetzt schon wieder mit der zweiten Welle. Dazu noch ein brandneuer Impfstoff, sodass man zu einem resistenteren Kanonenfutter mutiert. Nicht ausbezahlte Corona-Boni, längere Schichten, keine Reformen oder nachhaltige Verbesserungen in Sicht … PUH!

Die Alternative zum Impfen – es gibt keine …

Warum denn nun doch Impfen? Na ja, die Alternative heißt eine Ansteckung mit Covid-19. Da kennen wir bisher auch noch nicht alle Langzeitschäden. Solidarisch sein mit Menschen, die sich aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen NICHT impfen lassen können. Wer will denn noch mehr zusätzliche Schichten in den Pflegeheimen übernehmen oder Krankenhäuser übernehmen, weil die Kolleg*innen ausfallen? Die Alternative nicht zu Impfen ist eine weitere Welle, längere Lockdowns mit noch härteren Maßnahmen und weiteren Eingriffen in unsere Grundrechte. Auch wenn jetzt bereits über Privilegien für Geimpfte gesprochen wird, es sind keine Privilegien, es sind die Grundrechte im vollen Umfang, die zurückgegeben werden. Ich habe keine Lust auf eine weitere Welle … deswegen lass ich mich impfen. Wir wissen doch alle, welche Nebenwirkungen der Lockdown mit sich bringt.

Von Hot-Dog-Würsten und Medikamenten

Zum Schluss meine Gedanken zum gern genannten Argument, man wisse ja gar nicht, was in dem Impfstoff so drin ist“: Ehrlich gesagt, weiß man das von vielen Sachen nicht, z. B. von den Hotdog-Würsten von Ikea oder den Chicken Nuggets von McDonalds. Gegessen haben wir sie aber alle trotzdem. Ganz geschweige von den vielen Medikamenten, die aufgrund von der Therapiefreiheit im Off-Label-Use gebraucht werden (bestes und vermutlich bereits vergessenes Beispiel ist ja nach wie vor Cytotec). Wer sich nicht impfen lassen will, der darf gerne weiterhin im Social Distancing seine Chicken Nuggets in den eigenen vier Wänden verzehren.

In diesem Sinne …

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